Veranstaltung

3 Vorträge zur Renaissance

Ivo Hammer, Sergius Kodera, Verena Krieger

Mittwoch, 5. Mai 2010
Ivo Hammer

Materialität der Zeichen. Wandmalerei in Florenz

Wandmalerei darf, wie alle bildende Kunst, nicht als autonom betrachtet werden. Sie ist ästhetisch und technologisch Teil der Oberfläche von Architektur. Die historischen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Werte der Kunstwerke sind in ihrer materiellen Substanz vergegenständlicht. Ihr Zeichencharakter ist in besonderer Weise, wie in keinem anderen Medium, an ihre Materialität gebunden. In der Wandmalerei des 13. bis 16. Jahrhunderts in Florenz ist diese unlösliche Verbindung von Materie und Idee in besonders faszinierenden Beispielen zu studieren. Die Geschichte der Originale ist auch eine Mahnung an die Kulturwissenschaft zur Quellenkritik und zum engagierten Einsatz für die materielle Erhaltung der Kunstwerke.

Geboren 18.5.1944 in Ulm-Söflingen. Restaurator im Atelier Walter Hammer. Kurse an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Studium der Kunstgeschichte, Philosophie, Klassischen und Christlichen Archäologie. In Freiburg/Br. und Wien. 1976-97 Leitender Restaurator für Wandmalerei/Architekturoberfläche des Bundesdenkmalamts in Wien. 1997-2008 Professor an der HAWK Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim. Vorsitzender der THICOM (Internationale Expertenkommision für die Restaurierung des Hauses Tugendhat, Brünn).

Mittwoch, 19. Mai 2010
Sergius Kodera

Zwischen Politik und Kontemplation. Florentiner Humanismus im 15. Jhd.


Der Vortrag beschäftigt sich mit jenen einflussreichen Intellektuellen, die seit der Mitte des 14. Jh. begannen, die Sprache Römischer Autoren (Cicero, Vergil) und die Kultur und Geschichte der Antike zu erforschen, um diese Schriften und künstlerischen Erzeugnisse nachahmen zu können. Viele Humanisten verstanden ihre Arbeit als Beitrag zur Schaffung bzw. Erhaltung politischer Öffentlichkeit, wie sie in den italienischen mittelalterlichen Stadtstaaten (etwa in der Republik Florenz) gelebt wurde. Wichtige Vertreter dieser Bewegung bekleideten hier hohe Ämter (Leonardo Bruni Aretino) oder hatten eine fundierte humanistische Ausbildung als Vorbereitung auf die Politik erhalten (Niccolò Machiavelli). Die aus der Antike überlieferte Wissenschaft der Rhetorik bildete einen wichtigen Fokus, von dem vielfältigen Interessen dieser Intellektuellen ausgingen. Sie befassten sich mit dem Phänomen der Sprache als Herrschaftsinstrument (Ermolao Barbaro) ebenso wie mit Ästhetik in Literatur und bildender Kunst, für die sie einflussreiche Bild-und Stilprogramme entwickelten (Leon Battista Alberti). Die Humanisten fanden weitere Aufgabengebiete in der Reform der Logik und der Dialektik (Lorenzo Valla) und der Kodifizierung der Nationalsprachen, die auch verwendet wurden um universale Herrschaftsansprüche zu legitimieren (Nebrija). Trotz - oder gerade wegen - ihrer zentralen Rolle in den Gesellschaften der Renaissance wurden die Humanisten auch zur Zielscheibe des Spottes, der sich in der Komödie des 16. Jahrhunderts reflektiert findet.

Sergius Kodera ist seit 2004 Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Wien. Auslandsaufenthalte und Stipendien (Erwin Schrödinger, Frances Yates) in London (Warburg Institute), New York (Columbia University) und Wien (IFK). Forschungs- und Publikationsschwerpunkt zur intellektuellen Kultur der italienischen Renaissance. Publikationen und Übersetzungen u. a. zu Marsilio Ficino, Leone Ebreo, Giambattista della Porta, Giordano Bruno, Fernando de Rojas. Ab 2004 Aufbau und seither Leitung der Abteilung Kunst- und Kulturwissenschaften an der New Design University, St. Pölten, Niederösterreich. Letzte publizierte Monographie: Giordano Bruno, Cabala del asino pegaseo. Italienisch/Deutsch (Herausgeberschaft, Co-Übersetzung, Einleitung, Anmerkungen). Hamburg (Felix Meiner Verlag) 2009

Mittwoch, 2. Juni 2010
Verena Krieger
Der Sündenfall als Sexualdelikt. Adam und Eva in der Kunst um 1500

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