Veranstaltung

(E)Motion Pictures: Maria Lassnigs und amerikanische Animationsfilme der 1970er-Jahre

Öffentliche Filmvorführung und Symposium

Während Maria Lassnigs New York Aufenthalt von 1968 bis 1980 erlernte sie die Technik des Animationsfilms und setzte ihre Zeichnungen in Bewegung. Als erfolgreiche Avantgarde-Filmerin entwickelte sie ihr Leitthema des Selbstporträts und der Körperwahrnehmung ab den frühen 1970er-Jahren im Animationsfilm weiter. Darüber hinaus hinterliess sie einen umfangreichen Korpus an Filmmaterial, der einen Ausblick auf ihre vielfältige Rolle als Filmemacherin gibt. Die zeitliche Dimension ermöglichte ihr, Narrative zu schaffen und sich explizit zu feministischen Fragestellungen zu äussern.

Die vielschichtige Filmpraxis von der Zeichnung über die Film- und Tonproduktion zum Animations- und Experimentalfilm regte eine kollektive Arbeitsweise an. Maria Lassnig war Mitglied der Women/Artist/Filmmakers, der auch Doris Chase angehörte, die zu den Pionierinnen der Video- und Computeranimation zählt. Lassnigs Filme wurden ebenso in der unabhängigen Animationsfilmszene um den Amerikaner George Griffin geschätzt. Neben Suzan Pitt gehörte sie Anfang der 1970er-Jahre zu den Wegbereiterinnen, die das Thema der Geschlechterbeziehungen im Animationsfilm aufgriffen. Lassnigs Animationsfilme gelten als richtungsweisend für die Anerkennung des Underground-Genres in der bildenden Kunst.

Programm

Kunstmuseum Basel, Neubau

10.15–10.30
Erläuterungen zum «Lab Lassnig – experimentelle Vermittlungspraxen» mit Prof. Beate Florenz und Evelyne Monney vom ILGK HGK FHNW
10.30–12.00
Gemeinsamer Ausstellungsbesuch «Maria Lassnig. Zwiegespräche»

Eikones, Rheinsprung 11, Basel

13.30–14.15
Stefanie Proschk-Weilguni (Basel): «Humor als heilende Pille». Maria Lassnigs Animationsfilme der 1970er Jahre.
14.15–15.00
Edith Futscher (Univ. für Angewandte Kunst, Wien): Sitzen und Zeichnen: Das äussere Leben.
15.30–16.15
Claire Hoffmann (Basel): «Linien zu ziehen, die noch nicht gezogen wurden». Überlegungen zu den Zeichnungen Maria Lassnigs.
16.15–17.00
Laurence Schmidlin (Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne): The Expansion of Drawing into Space. The Place of the Body in Drawing Practices of the 1960s and 1970s.

Kunstmuseum Basel, Vortragssaal

18.15–19.30
Oswald Wiener (österreichischer Schriftsteller) im Gespräch mit Gottfried Boehm (Kunsthistoriker und emeritierter Professor der Universität Basel)