Lehrveranstaltung

Vortragsreihe: „Let’s fabulate! Künstlerische Entwürfe für ein besseres Zusammenleben" (Kunst – Forschung – Geschlecht)

Die Vortragsreihe nimmt im Studienjahr 2019/20 den Begriff der Utopie sowie queer_feministische utopische Gesellschaftsentwürfe in den Blick. Wir werden uns mit Positionen und Praxen auseinandersetzen, die sich affirmierend auf einen Begriff von Utopie beziehen, um mit ihm bessere Verhältnisse und Formen des Zusammenlebens zu fabulieren. Diese können als ein Wissen um Möglichkeiten der Veränderung, als alternative Setzungen im Raum des Möglichen betrachtet werden und ermutigen, weiter für ein solidarisches Miteinander zu kämpfen. Utopien werden in queer_feministischen künstlerischen und theoretischen Auseinandersetzungen zum Einsatz gebracht, wenn dominante Narrative korrigiert, stärkende und auch konfliktuöse historische Bezugspunkte gesucht, wenn Manifeste formuliert werden, wenn wechselseitige Anerkennung und Unterstützung anstelle von Konkurrenz gelebt, andere Arbeitsweisen ersonnen werden, Umverteilung vollzogen, wenn eine feministische Republik oder eine Welt, die nicht auf Nationalstaaten baut, angedacht werden.

Studierende können die Vortragsreihe als Lehrveranstaltung (Lehrveranstaltungsleitung: Edith Futscher) semesterweise absolvieren.

Wintersemester 2019/20

Mittwoch, 2. Oktober 2019
Julia Grillmayr

Der Rest ist Frau und Wildnis
Das Anthropozän verlangt nach neuen Geschichten. Feministische Fabulation und zeitgenössische Spekulative Literatur als Übungen eines „Storytelling for Earthly Survival“.

Mittwoch, 23. Oktober 2019
Sheri Avraham

Sci-Fi – designing a radical future through human fictions, sound and visual arts
Sci-Fi holds great potentiality to translate radical critique which is framed mostly in theory. In this talk Sheri Avraham will look at examples from Sci-Fi arts with the aim to argue the genre’s ability to bring utopian ideas closer and to many more.

Mittwoch, 4. Dezember 2019
Anne Hofmann & Melina Weissenborn

„Wir erfahren den Gegensatz zwischen dem, was ist und dem, was sein könnte“ – Feministische Gesellschaftskritik als Praxis
Zwei Redakteurinnen stellen ihre Praxis als Herausgeberinnen und Gestalterinnen der Zeitschrift outside the box vor. Können Formen des gemeinsamen (Ab-)Arbeitens an bestehenden Verhältnissen Momente verwirklichter Utopie hervorbringen?

Mittwoch, 15. Jänner 2020
Cordula Daus

Kay
Kay (1970-2038) ist eine Frau und Fiktion von Cordula Daus. In ihren Übungen mit Ran, Rek, Seth, Wolf, Jens usw. sucht Kay nach neuen feeling scripts: „meaning lesser sex!“ Doch wie soll das gehen, solange frau noch Austragungsort für Kinder ist?


Sommersemester 2020 

++ Da die Vortragsreihe nicht in gewohnter Weise stattfinden kann, werden stattdessen teils Vortragsmanuskripte, teils Videobeiträge von Seiten der Vortragenden zur Verfügung gestellt. ++

Mittwoch, 18. März 2020
Hannah Bruckmüller & Lisa Stuckey

The Fama Effect: Navigating fact and fiction in times of fame
With her thousand mouths, Fama is busy telling fact and fiction. Who spreads the news? Illuminating the multivocality of contemporary knowledge production, our lecture inspects “rumorological” milieus ranging from art market and academia to the boulevard.

Mittwoch, 1. April 2020
Lina Dokuzović

The Body as a Site for Knowledge Production in the Time of “Alternative Facts“
In a landscape in which “alternative facts“ and anti-intellectualism are on the rise, a radical approach to knowledge production/dissemination, involving a return to strategies of sharing experiential and embodied knowledges, is imperative.

Mittwoch, 29. April 2020
feZ

Improvisation postpatriarchaler Zeiten. Urlaub vom Patriarchat mit der feZ.
Die feZ nimmt/gibt/öffnet Raum, sodass patriarchatsfreie Zonen entstehen. In der Ausstellung Camping & Caring (Frankfurt 2018) wurde verlernt, gespielt, angeeignet und (neu) besetzt. Dieser Als-Ob-Zustand wird nun in Wien reenacted.

Mittwoch, 13. Mai 2020
Muerbe u. Droege

Born in flames, died in plenum – so WHAT? Reclaiming change through KINmaking based action and LIFE.
Ich muss immer daran denken, was wir alles wollten. Und jetzt? Nothing on the top, but abucket and a mop. Was soll das für eine weltbildende Praxis sein, wenn kurz vor (nach) Burnout dann doch alle nur rausfinden wollen, wer Schuld hat und wer Recht?