Veranstaltung

Freie Kunst im Auftrag

Zu modernem Mäzenatentum, verhandlungsbereiten KünstlerInnen und dem Recht des Publikums auf Exzellenz

In den letzten Jahrzehnten hat sich die institutionelle Landschaft im Kunstbetrieb markant verändert: die Formen der Produktion und Förderung zeitgenössischer Kunst haben nicht nur stark zugenommen, sie haben sich ausdifferenziert und in Hinsicht auf künstlerische Positionen und Inhalte spezialisiert. Zentrale Auslöser für diese Entwicklung sind nebst institutionskritischen Diskussionen seitens der Kunstschaffenden und in den letzten Jahren zunehmend auch seitens der kuratorischen Praxis insbesondere kulturpolitische und ökonomische Faktoren. Konsens dabei ist, dass diese Neuerungen problematische Verschiebungen bezüglich Werten (wie z.B. Autonomie) und Paradigmen (etwa neue Rollen- und Finanzierungsmodelle) des Kunstsystems zur Folge haben. Der Vortrag unternimmt eine kritisch-historische Verortung dieser Entwicklungen und der darin etablierten Topoi.

Rachel Mader ist Kunstwissenschaftlerin; seit September 2012 Leiterin Forschungsschwerpunkt ‚Kunst und Öffentlichkeit‘ Hochschule Kunst und Design in Luzern; 2009-2014 Projektleitung ‚Die Organisation zeitgenössischer Kunst – Zur Vorgeschichte des New Institutionalism am Beispiel Grossbritanniens‘, dazu Tätigkeiten als Mentorin an Kunsthochschulen und als Kritikerin (springerin, camera austria, etc.); Organisation von Tagungen (Radikal ambivalent, zhdk Dez. 2011; Das Kunstprojekt, Bern April 2011) und Künstlergesprächen; seit 2008 Stiftungsratsmitglied Stiftung GegenwART, Kunstmuseum Bern, seit 2011 Associate Editor beim Journal for Artistic Research.

130109 Rachel Mader Gv Plakat