Aleksandr Rossman
Neu im Team der Abteilung Kunstgeschichte
Wir freuen uns, Aleksandr (Sasha) Rossman als neuen Kollegen an der Abteilung Kunstgeschichte begrüßen zu dürfen und in den kommenden Jahren mit ihm zusammenzuarbeiten.
Sasha Rossman ist auf die materielle und visuelle Kultur des frühneuzeitlichen Europas spezialisiert, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Material Culture Studies. Darüber hinaus ist er als Kurator und Kritiker für zeitgenössische Kunst tätig.
Nach einem ersten Abschluss in Kunstgeschichte an der Wesleyan University in Connecticut studierte Rossman Bildende Kunst an der Cooper Union for Arts and Sciences in New York, wo er seine Kenntnisse zu künstlerischen Materialien und Techniken vertiefte. Ein DAAD-Stipendium führte ihn anschließend nach Berlin, wo er Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität studierte. Nach mehreren Jahren als Kurator und Künstler schloss er seinen Master in Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin ab.
Seine Promotion absolvierte Rossman an der University of California, Berkeley. In seiner Dissertation untersuchte er die politischen und sozialen Rollen von Tischen im 17. Jahrhundert. Die daraus hervorgegangene Monografie erscheint 2026 bei Amsterdam University Press/Taylor & Francis. 2024 wurde Rossman Teil des SNF-geförderten Forschungsprojekts „Inheritance of Looting: Medieval Trophies to Modern Museums“(https://looting.ch/). Im Rahmen dieses Projekts setzte er seine Forschung zur Wirkmacht materieller Kultur und zu ihrer Rolle bei der Gestaltung sozialer und politischer Beziehungen fort. Aus dieser Arbeit geht eine weitere Monografie hervor, die sich mit dem Schicksal von während der Burgunderkriege 1476–1477 erbeuteten Juwelen beschäftigt (https://vexer.ch/products/verschollenes-erbe-das-burgundische-juwel-drei-brueder).
Als Postdoktorand an der Universität Bern initiierte Rossman drei interdisziplinäre Forschungsinitiativen zu vormodernen Flaggen, Grenztopografien sowie zu historischen Praktiken der Reparatur und Restaurierung. Sein aktuelles Forschungsprojekt widmet sich den politischen und sozialen Rollen erbeuteter frühneuzeitlicher Flaggen und zugleich den Herausforderungen, die ihre fragile Materialität für ihre historische und heutige Erhaltung mit sich bringt.
Rossman verfügt über breite Lehrerfahrung an der Universität Bern, der Universität Bielefeld und der University of California, Berkeley. Seine Lehrveranstaltungen umfassen frühneuzeitliche materielle Kultur sowie Kunst- und Architekturgeschichte ebenso wie kunsthistorische Methoden, Material Culture Studies, Ausstellungs- und Museumswissenschaften und Critical Theory.
Eine erste Gelegenheit, Sasha Rossman an der Angewandten kennenzulernen, bietet sich bereits im Wintersemester 2026/27 in seiner Lehrveranstaltung „Communicative Objects“ (UE). Der Kurs führt in die Material Culture Studies ein und untersucht Objekte nicht nur als passive Gegenstände, sondern als aktive Akteure sozialer Beziehungen: Wie kommunizieren Dinge mit uns? Wie strukturieren sie Begegnungen und Handlungen? Und welche Formen von Gemeinschaft, Geselligkeit oder politischem Austausch können sie ermöglichen oder auch verhindern? Weitere Informationen zur Lehrveranstaltung und Anmeldung finden sich in der base: https://base.uni-ak.ac.at/courses/2026W/S51502/