Evokation des Sichtbaren. Zur Forschung Daniela Hammer-Tugendhats
Freitag, 27. November 2026
Auditorium
Universität für angewandte Kunst Wien
Daniela Hammer-Tugendhat war bis zu ihrem Tod im September 2025 eine aktive, engagierte und kritische Forscherin. Die Kunsthistorikerin, die über vier Jahrzehnte lang an der Universität für angewandte Kunst Wien, sowie an weiteren Universitäten in Basel, Berlin, Frankfurt/Main und Wien lehrte, entwickelte ein vielseitiges Forschungsprofil mit Schwerpunkten in der holländischen und niederländischen Kunst der frühen Neuzeit, in der Auseinandersetzung mit Emotionen, Affekten und Geschlechterbeziehungen und in der Methodenkritik. Über Jahrzehnte hindurch entwickelte sie eine an Anschaulichkeit orientierte, historisch-kritische Bildanalyse, die sie zur Ausarbeitung einer Kunstgeschichte als Kulturwissenschaft führte. Darüber hinaus war sie eine politisch engagierte, wache Zeitgenossin, die sich zu zahlreichen kunstinstitutionellen und gesellschaftspolitischen Themen äußerte. Die Veranstaltung fragt nach aktuellen Perspektiven in der Auseinandersetzung mit der Forschung Daniela Hammer-Tugendhats und stellt das Nachwirken ihrer thematischen und methodischen Schwerpunktsetzungen in den Vordergrund.
Ablauf
14:00 Eva Kernbauer • Einführung
14:30 Kunst der Frühen Neuzeit, Moderation: N.N.
- Hans Aurenhammer • Geschlechter-Asymmetrie und Standeshierarchie: Raffaele Borghini kritisiert Tizians 'Venus und Adonis'
- Karin Gludovatz • Leere Wände. Auf das Abwesende blicken
15:30 Geschlechterbilder und Sexualität, Moderation: Sabeth Buchmann
- Irene Nierhaus • Bild-Raum-Geschlecht: Moderne Inskriptionen am Beginn des 19. Jahrhunderts
- Christian Liclair • Notes on Posterior:ities. Daniela Hammer-Tugendhat und männliche Nacktheit zwischen Autonomie und Begehren
16:30 Pause
17:00 Methodenkritik und Wirkung, Moderation: Eva Kernbauer
- Cosima Rainer und Stefanie Kitzberger • Zum Nachlass Daniela Hammer-Tugendhats
- Thorsten Schneider • Für eine Kunstgeschichte des Affekts
- Verena Krieger • Ambivalenzen in der Rezeption Daniela Hammer-Tugendhats
18:30 Dialogischer Impuls: Roswitha Schuller • Arcadia on Mars? Zu einer Kunstgeschichte visueller Zukunftsprojekte
Mit einem künstlerischen Beitrag von Stefanie Seibold (Programm)
Konzeption und Organisation: Karin Gludovatz (Freie Universität Berlin, karin.gludovatz@fu-berlin.de) und Eva Kernbauer (Universität für angewandte Kunst Wien, eva.kernbauer@ uni-ak.ac.at)
Administrative Unterstützung: Astrid Poyer (Universität für angewandte Kunst Wien): astrid.poyer@uni-ak.ac.at